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  1. Pflichtdokumente (Rechtstexte) Impressum (Anbieterkennzeichnung): Wo? Auf der Landingpage, im Admin-Dashboard und in der mobilen App (meist im Einstellungs-Menü). Was muss rein? Name, Adresse, Rechtsform (z. B. GmbH, UG), Vertretungsberechtigte, Kontaktmöglichkeiten (E-Mail, Telefon), Handelsregister (falls vorhanden) und USt-IdNr. Darf maximal 2 Klicks entfernt sein (Impressumspflicht nach § 5 DDG). Datenschutzerklärung: Wo? Auf der Landingpage, im Admin-Dashboard und in der mobilen App. Außerdem musst du sie beim Einreichen der App in den Apple App Store und Google Play Store verlinken. Was muss rein? Welche Daten du sammelst (z. B. E-Mail, IP-Adresse, hochgeladene Dateien), auf welcher Rechtsgrundlage (z. B. Vertragserfüllung für die App-Nutzung), wie lange du sie speicherst und an wen du sie weitergibst (deine Hosting-Anbieter). Du musst auch über die Nutzerrechte (Auskunft, Löschung) aufklären.
  2. Cookie-Banner & Tracking (TDDDG) Technisch notwendige Cookies: Wenn du nur Cookies für den Login-Check nutzt (das macht better-auth voraussichtlich mit Session-Cookies), brauchst du kein nerviges Cookie-Banner. Du musst diese Cookies nur in der Datenschutzerklärung erwähnen. Tracking & Analytics: Falls du auf der Landingpage oder in der App Dinge wie Google Analytics, Facebook Pixel, Mixpanel oder PostHog einbaust, musst du dir vorher die aktive, freiwillige Zustimmung der Nutzer holen (Cookie-Banner / Consent Dialog in der App).
  3. Account-Löschung (Besonders wichtig für die App Stores!) Sowohl Apple als auch Google schreiben mittlerweile streng vor, dass Nutzer, die in einer App ein Konto erstellen können, dieses Konto auch in der App wieder löschen können müssen. Wichtig: Es reicht nicht, das Konto nur zu deaktivieren. Die User-Daten müssen in der Datenbank gelöscht werden (Ausnahme: Aufbewahrungspflichten wie Rechnungen). Du brauchst zudem einen Web-Link, über den Nutzer die Löschung außerhalb der App beantragen/durchführen können (z. B. auf deiner Landingpage).
  4. Verträge zur Auftragsverarbeitung (AV-Verträge / DPA) Du darfst personenbezogene Daten nicht einfach so auf fremden Servern speichern, ohne einen Vertrag mit dem Anbieter zu haben (Art. 28 DSGVO). Du brauchst (bzw. musst digital akzeptieren) AV-Verträge von:

Deinem Server/Hosting-Anbieter (z. B. Hetzner, Vercel, AWS). Dem Anbieter deines SMTP-Servers (der die E-Mails wie Magic Links versendet). Jedem externen Tool, das Nutzerdaten sieht (z. B. Sentry für Error Tracking, falls genutzt). 5. Technische Sicherheit & Grundsätze (In deiner App) Datenminimierung: Sammle nur Daten, die du wirklich für die App brauchst. Verschlüsselung: Alle Verbindungen (EXPO_PUBLIC_API_URL und NEXT_PUBLIC_APP_URL) müssen im Live-Betrieb zwingend über HTTPS laufen. Passwörter/Sicherheit: Da du better-auth nutzt, wird das Thema Passwortverschlüsselung & Session-Management glücklicherweise schon sicher für dich geklärt, aber du bist dennoch für die sichere Konfiguration verantwortlich (z. B. einen sicheren BETTER_AUTH_SECRET im Live-Betrieb nutzen). Server-Standort: Achte darauf, wo deine SQLite-Datenbank bzw. dein Server liegt. Ein Serverstandort in Deutschland oder der EU macht den Datenschutz erheblich einfacher, da du keine komplizierten "Drittland-Transfers" belegen musst. 6. Spezifische App Store Anforderungen Apple App Store ("App Privacy"): Du musst in App Store Connect genaue Fragen beantworten (welche Daten sammelst du? Sind sie mit dem Benutzer verknüpft? Wofür werden sie genutzt?), die dann als "Privacy Nutrition Labels" im App Store angezeigt werden. Google Play Store ("Data Safety"): Ähnliches Formular in der Google Play Console. Auch hier musst du erklären, was du sammelst, ob es verschlüsselt ist und ob der Nutzer die Löschung beantragen kann. Zusammenfassende To-Do-Liste für den Live-Gang: Impressum erstellen und in Web/App verlinken. Datenschutzerklärung für App und Webseite generieren lassen (geht gut über Tools wie eRecht24, IT-Recht Kanzlei oder den Datenschutz-Generator von Dr. Schwenke). Einen "Account Löschen"-Button tief in den App-Einstellungen einbauen. AV-Verträge mit dem Hoster (und z. B. dem E-Mail-Provider) abschließen (sind meist nur 2 Klicks im Dashboard der Anbieter). SSL/HTTPS auf dem Server aktivieren.